Atomausstieg kommunal:
SPD Alsdorf - Montags hui, donnerstags pfui!
In der Ratssitzung am 14. April konnten interessierte Beobachter miterleben, wie ernst es Alsdorfs SPD offenbar mit dem öffentlich proklamierten Ausstieg aus der Atomenergie ist. Denn während die Sozialdemokraten – was zu begrüßen ist – inzwischen mehrfach an den Montagskundgebungen anlässlich der Natur- und Reaktorkatastrophe in Japan, gemeinsam mit BUND, GRÜNEN und vielen Mitbürgern für den Ausstieg aus der Atomenergie demonstrierten und dabei sogar eigene „Atomkraft-nein-danke“-Anstecker verteilten, war deren Ratsfraktion nicht bereit, dem Antrag der GRÜNEN zu folgen und künftig mit den städtischen Gebäuden zu einem zertifizierten Ökostromanbieter zu wechseln, um damit einen kleinen Beitrag zum Ausstieg aus der Atomenergie zu leisten und öffentliche Vorbildfunktion zu übernehmen. Stattdessen beschlossen SPD, ABU und FDP, in absehbarer Zeit, die Stromlieferungen auszuschreiben, ohne das Produkt „Ökostrom“ dabei zu erwähnen. Selbstverständlich könnten sich darauf auch Ökostromanbieter bewerben, meinte dazu der Bürgermeister Alfred Sonders.
Dazu Horst-Dieter Heidenreich, GRÜNEN-Fraktionsvorsitzender: „Dies aber ist eine reine Augenwischerei. Wenn ich ‚grauen Allerweltsstrom‘ ausschreibe, dann wird mir niemand ein Ökostromangebot machen. Wie bei Bauleistungen, etwa beim Einbau von Fenstern oder bei der Anschaffung eines Fahrzeugs für die Verwaltung, sollten auch bei der Stromausschreibung Qualitätsvorgaben gemacht werden, in unserem Fall also ‚zertifizierter Ökostrom‘.“
Wie die Aale wanden sich die Sozialdemokraten, wohl merkend, wie fragwürdig ihre Argumentation gegen die Ausschreibung von Elektrizität aus regenerativen Energien war. Heidenreich: „Nach der peinlichen Debatte im Rat gilt für Alsdorfs SPD: ‚Montags hui – im Alltag pfui‘ !!“

Mit dabei: u.a. Friedhelm Krämer, Detlef Loosz, Konrad Krämer & Heinrich Plum (alle SPD)
Alsdorf, 15.04.2011
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