Die Grünen in Stolberg

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25 Jahre plus eins: Grüne feiern lockeres Jubiläum mit einem Jahr Verspätung


So manches „Skandälchen“ ist heute in guter Erinnerung

25 Jahre plus eins: Grüne feiern lockeres Jubiläum mit einem Jahr Verspätung

Von Jan Schlegelmilch

Stolberg. Geordnete Sitzreihen, feste Stuhlbelegung, ernste Mienen, lange Reden: Genau so hatten sich die Stolberger Grünen ihre Feier zum 25-jährigen Bestehen nicht vorgestellt. Dass den feierlichen Abend im Zinkhütter Hof ein gegensätzliches Szenario prägte, freute die Gastgeber dementsprechend besonders.

Gelöste Atmosphäre

Eine lockere, gelöste Atmosphäre, wenige Worte am Mikrofon auf der Bühne, dafür umso mehr in Konversationen an den belebten Tischen, ergänzt von einem abwechslungsreichen Buffet und rockiger Musik von „Final Virus“: Die Grünen präsentierten sich ihren rund 150 Gästen kreativ, frisch und jung – eben wie jemand, der seinen 25. und nicht den 80. Geburtstag feiert. „Wir sind noch immer eine der jüngsten Parteien und haben, wie man gesehen hat, noch immer ein junges Profil, das hat mir sehr gefallen“, lief der Abend ganz im Sinne von Vorstandsprecher Elmar Wilhelmy ab. „Am Anfang hat mich jeder gefragt, wie das hier abläuft, ob es für die Ehrengäste in der ersten Reihe reservierte Plätze geben würde“, bemerkt Wilhelmy und kann sich dabei ein Grinsen nicht verkneifen.

Besondere Freude hatte Wilhelmy auch am zahlreichen Besuch der Vertreter anderer Ratsfraktionen, des Land- und Bundestags sowie Stolberger Institutionen und Vereine. „So eine Breite empfinde ich als hohe Akzeptanz gegenüber uns“, meint der Vorstandsprecher.

Diese Akzeptanz und Wertschätzung gegenüber den Stolberger Grünen drückten die verschiedenen Redner des Abends auch in ihren Grußworten aus. „Die Grünen haben sich ihren Platz im Parteienspektrum erkämpft und erarbeitet und sind für alle ein wichtiger Partner“, honorierte die stellvertretende Bürgermeisterin Hildegard Nießen (SPD) die Entwicklung der Stolberger Grünen von einer zu Beginn nicht ganz ernst genommenen Modeerscheinung zu einer seriösen und verantwortungsbewussten Partei. Dieses Verantwortungsbewusstsein hob Monika Düker, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag, in ihrer Ansprache hervor: „Es ist mutig, dass die Grünen in Stolberg eine nachhaltige Haushaltspolitik und Sparen als Ziel haben. Der Koalitionsvertrag trägt eine grüne Handschrift.“

Erste politische Gehversuche

Dass die Stolberger Grünen wie heute Politik in Stolberg aktiv mitgestalten, daran hätte vor 26 Jahren – die Grünen feierten ihr Jubiläum mit einem Jahr Verspätung – wohl niemand in Stolbergs politischer Landschaft geglaubt. Manfred Borutta, heute nicht mehr aktives Gründungsmitglied und gemeinsam mit Marita Stahl und Franz-Josef Ingermann für langjähriges Engagement ausgezeichnet, erinnerte dabei an die ersten politischen Gehversuche der Grünen: Die Geschichte der Erleuchtung einer Kerze im Hauptausschuss und die anschließenden Tumulte in den Reihen von CDU und FDP im Jahr 1985 sorgte ebenso für Gelächter wie der Vortrag des Vorfalls in einer Sondersitzung des Stadtrates 1986. Die damaligen Ratsmitglieder Manfred Borutta und Monika Boden verweigerten im Rahmen der Ehrung eines altgedienten Feuerwehrmannes das Aufstehen zum Mitsingen der Nationalhymne – ein Skandal, der damals die Gemüter erhitzte.

Städteregionsrat Helmut Etschenberg (CDU) betonte aber, dass die Grünen in der Vergangenheit auch „Themen platziert und artikuliert haben, mit denen wir uns auseinandersetzen mussten.“ Er überbrachte genau so seine Glückwunsche wie die Bundestagsabgeordnete Bettina Herlitzius. Beide hielten sich jedoch kurz. Lange Reden wären an diesem Abend schließlich auch nicht angebracht gewesen.


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(c) Werner Krickel 2009