Erneut über 100 Teilnehmer Demo in Simmerath
Mi, 17. Nov. 2010
Eifeler Nachrichten / Lokales
„Befriedeten Konflikt wieder aufbereitet“
Erneut 100 Teilnehmer bei Anti-Atomkraft-Demo
Simmerath. Trillerpfeifen und Trommeln bestimmten am Montagabend für rund 30 Minuten den Geräuschpegel in Simmeraths Ortskern. Dem Aufruf eines Bündnisses aus Bürgern, gegen die von der Bundesregierung geplante Laufzeit-Verlängerung der Atomkraft auf die Straße zu gehen, folgten rund 100 Teilnehmer.
Pechfackeln und Fahnen
Der durch die Eifeler Grünen organisierte Demonstrationszug mit Pechfackeln und Fahnen, der vom Rathaus über die Kammerbruch- und die Hauptstraße zog, bestätigte den Organisatoren, dass der Großteil der Bevölkerung quer durch alle Parteien „den Rückfall ins Atomzeitalter“ ablehnt.
Die erste Montagsdemonstration gegen die Laufzeitverlängerung mobilisierte in der vorigen Woche rund 150 Bürger in Monschau; die erneut gute Beteiligung in Simmerath war für Klaus Stockschlaeder von den Simmerather Grünen auch ein Zeichen „für die Wut, die in der Bevölkerung herrscht, weil ein längst befriedeter Konflikt nun wieder aufbereitet wird“.
Vor dem Simmerather Rathaus fanden sich die Teilnehmer ein, wo Stockschlaeder zu einer „friedlichen Demo“ aufrief, „aber wir wollen schon ein wenig Krach machen“.
Zügigen Schrittes bewegte sich der Zug unter Polizeibegleitung durch den Ort, und mancher Teilnehmer, so die Einschätzung von Klaus Stockschlaeder, „war auch schon vor 30 Jahren dabei, als wir uns in Brockdorf die Schädel haben einschlagen lassen“.
Unterschriften für Wulff
Wieder zurück am Rathaus, trugen sich die Demonstrationsteilnehmer in Unterschriftenlisten ein. Die Listen sollen an Bundespräsident Christian Wulff übergeben werden, der, so die Grünen, „das verfassungswidrige Verhalten der Bundesregierung nicht tolerieren darf“. Weil Schwarz-Gelb im Bundesrat, der das Gesetz zur Laufzeit-Verlängerung absegnen muss, nicht die Mehrheit besitzt, erwartet die Opposition, dass der Bundespräsident, der sich in seiner Zeit als niedersächsischer Ministerpräsident gegen die Laufzeiten-Verlängerung aussprach, das Gesetz nicht unterzeichnet. (P. St.)
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