Holt die Stadt Monschau sich den Wind aus dem Wald?
Gemeinsamer Antrag
Mit einem gemeinsamen Antrag, den der Umweltausschuss unlängst durchgewunken hat, will die schwarz-grüne Kooperation prüfen lassen, ob und wo es in Monschau geeignete Flächen zum Ausbau der Windenergie gibt, die für CDU und Grüne „keine Frage der Optik“ ist. Grünen-Fraktionschef Werner Krickel: „Wir können unsere künftige Energieversorgung nicht daran ausrichten, ob etwas schön aussieht oder nicht. Ein Kraftwerk ist auch nicht schön.“
Vor Tagen bereits hatte CDU-Stadtverbandsvorsitzender Alexander Lenders gegenüber unserer Zeitung die parlamentarische Initiative der Ratsmehrheit angekündigt und betont, bei einem eventuellen Ausbau der Windenergie wolle die Stadt Monschau sich auf ihren Grund und Boden bewegen, um auch den finanziellen Rahm abzuschöpfen. Die Rede ist von einem hohen sechsstelligen Betrag, der für die chronisch klamme Stadtkasse ein warmer Regen werden soll. So könne man die Wirtschaftlichkeit des Waldes neben der Forstwirtschaft und der Jagdpacht auch durch Windkraft optimieren, hieß es.
„Wenn wir im städtischen Forstgebiet hinter Höfen weitere Windkraftanlagen installieren, verschandeln wir keinen urwüchsigen Wald, sondern ein Nutzgebiet“, beschreibt Werner Krickel wohin die Reise geht, sollte dieser Standort den Überprüfungen standhalten.
„Mit Blick auf den Windpark in Schöneseiffen gibt es dort auch keine optischen Probleme“, so der Grüne weiter. Auch werde der Ausbau der Windkraftproduktion an dieser Stelle „nur marginalen Einfluss auf den Tourismus haben“ ist Werner Krickel überzeugt. Schließlich gebe es bisher auch keine Klagen aus der rheinland-pfälzischen Eifel oder von der Mosel, wo sich „Windrad an Windrad reiht“.
Auf eine „Ertüchtigung“ des vorhandenen Windparks in Höfen-Brath habe die Stadt keinen Einfluss, weil der von einem privaten Investor betrieben werde, und der müsse selber entscheiden, wann er welche Anlagen erneuern wolle.
Probleme mit der versammelten Jägerschaft sieht Krickel nicht am Horizont aufziehen. Zunächst sei, wenn überhaupt, ein Jagdrevier in Höfen betroffen. Erst einmal werde geprüft, ob es sinnvoll sei, mit Windkraftanlagen in den Wald zu gehen. Sollte das Sinn ergebe, werde man das testen. Sollte der Test positiv verlaufen, werde man über weitere Schritte nachdenken. Werner Krickel: „Dabei werden wird natürlich versuchen, Konflikte zu vermeiden.“
„Wir können unsere Energie-versorgung nicht daran ausrichten, ob etwas schön aussieht. Ein Kraftwerk ist auch nicht schön.“
Werner Krickel,
Grünen-Fraktionschef
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