Zweite Demo in Simmerath
Mi, 8. Dez. 2010
Eifeler Nachrichten / Lokales
Montagsdemo in Simmerath gegen Atompolitik
Simmerath. Das war schon ein Motivationsschub für die Teilnehmer der Montagsdemos in der Eifel. Umweltminister Röttgen hat den Castortransport vom Zwischenlager Ahaus in die Wiederaufbereitungsanlage Majak in Russland vorerst abgesagt. „Wiederaufarbeitung“, ein harmlos klingendes Wort für ein riskantes chemisches Verfahren, das hochgiftiges Plutonium und Uran aus abgebrannten Brennelementen abtrennt.
Der „geschlossene Brennstoffkreislauf“, von dem die Atomindustrie gerne spricht, existiert nach Darstellung der Atomkraft-Gegner nicht. Einmal abgebrannte Brennelemente lassen sich nicht runderneuern und wiederverwenden. Das Atommüll-Problem sei dadurch nicht zu lösen, sagen die Kritiker, im Gegenteil: Von Entsorgung könne bei der Wiederaufarbeitung keine Rede sein. Zahlreiche Hilfsstoffe, Chemikalien und Werkzeuge würden eingesetzt und vervielfachten die Atommüllberge um das 20-fache.
Es sei unklar, was mit den großen Mengen des abgetrennten Plutoniums geschehen soll, das überdies eine weitere ständige Gefahr darstelle, da es sich zum Bau von Atombomben eigne. Klaus Stockschlaeder sprach aus, was viele dachten: „Die Bevölkerung von Ahaus demonstriert mit gegen einen Abtransport nach Russland und prangert die Gefahren an. Sie zeigen sich solidarisch, denn Atommüll ist für die ganze Menschheit hochgefährlich, niemand ist weit genug davon weg.“
Die nächsten Demos
Zirka 40 Demonstranten zogen wieder lautstark durch Simmerath und forderten „Keine Laufzeitverlängerung – keinen zusätzlichen Atommüll!“ Das Bürgerbündnis ruft am Montag, 13. Dezember, um 19 Uhr in Roetgen am Rathaus und Montag, 20. Dezember, um 19 Uhr in Monschau am Rathaus wieder zum Protest gegen die Atompolitik der Bundesregierung auf.
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