Die Grünen in Würselen

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Singer-Höfe: Grüne wollen neue Investoren

AN 22.04.2015 (gp)

Würselen. Die Grünen im Würselener Rathaus sind mit ihrer Geduld am Ende: Vor sechs Jahren hat der Stadtrat Albert C. Blok eine „Exklusiv-Option“ zur Entwicklung des Singergeländes eingeräumt. Nach Auffassung der Grünen wurde dem Investor lange genug Zeit gegeben, vielleicht sogar zu lange. „Der Stillstand hinsichtlich der Bemühungen, das Areal zu reaktivieren und mit innerstädtischen Funktionen zu füllen“, ärgert Dr. Renate Knauf, die Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen. Durch die „Exklusiv-Option“ sei allen anderen potenziellen Investoren der Zugang zu der seit 15 Jahren brachliegenden Immobilie quasi verbaut, drängen die Grünen auf die Aufhebung der Vereinbarung. Die Stadt solle jetzt endlich auf weitere Investoren und Projektentwickler für Gewerbe- und Wohnungsbau zugehen, beantragen die Grünen.
„Seit mindestens fünf Jahren werden dem Ausschuss für Stadtentwicklung in immer größeren Abständen wenig detaillierte Planskizzen vorgelegt, verbunden mit der immer wiederkehrenden Anmerkung: Es werden Gespräche geführt“, moniert Knauf. „Wenn nach mehr als fünf Jahren diese Gespräche zu nicht mehr geführt haben, als eventuell einen REWE-Frischemarkt und einen Action-Markt anzusiedeln – auf dem Niveau der Ein-Euro-Länden –, zeigt dies, dass die Stadt auf den falschen Partner gesetzt hat. Zudem ist zu befürchten, dass der geplante REWE-Markt den bestehenden EDEKA-Markt im Reckerpark zur Aufgabe zwingen könnte und dies dort neue städtebauliche Probleme zur Folge haben wird“, formuliert Knauf ihre Befürchtungen.
 

Immobilienmarkt im Wandel


Mit Verweis auf den sich wandelnden Immobilienmarkt mit „Investitionsboom insbesondere an integrierten innerstädtischen Standorten“ fordern die Grünen: „Es ist höchste Zeit, dass das Singer-Gelände für innerstädtischen Wohnungsbau geöffnet und aktiviert wird.“ Das Singer-Höfe-Konzept sei mit seiner Nutzungsmischung und seiner städtebaulichen Qualität nach wie vor eine gute Ausgangsbasis.

Einkaufen, Wohnen
und Arbeiten

Die von Albert C. Blok beauftragten Vermarkter von „maniura immobilien“ schwärmen auf der Homepage für das Projekt Singer-Höfe: „Auf dem zentral in der Innenstadt Würselens gelegenen Gelände der ehemaligen Singer-Nadelproduktion entsteht mit den Singer-Höfen eine multifunktionale Projektentwicklung hin zu einem neuen urbanen Stadtmittelpunkt mit den Schwerpunkten Einkaufen, Wohnen, Gastronomie und Arbeiten. Das Einkaufszentrum Singer-Höfe wird mit 10 000 Quadratmetern direkt an die bestehende Einzelhandelslandschaft angeschlossen und bietet seinen Kunden eigene Parkplätze. Gastronomie- und Büroflächen ergänzen das Angebot. Zusätzlich bieten die Singer-Höfe attraktiver Wohnraum innerhalb des Stadtzentrums.“
 

 


Antrag der Grünen Fraktion im Stadtrat

 

An den Bürgermeister

der Stadt Würselen

Herrn Arno Nelles

Morlaixplatz 1

 

521469 Würselen

 

 

Würselen, 01.04.2015

 

 

Antrag Entwicklung Singergelände

 

 

Sehr geehrter Herr Nelles,

 

die Fraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN stellt folgenden Beschlussantrag an den Umwelt- und Stadtentwicklungsausschuss:

 

„Die exklusive Option zur Entwicklung des Singergeländes an den Interessenten Herrn Albert C. Blok wird aufgehoben.

Die Verwaltung wird beauftragt, aktiv und intensiv auf alle einschlägigen und in der weiteren Region Aachen aktiven Investoren und Projektentwickler für Gewerbebau bzw. Wohnungsbau zuzugehen und sie für die Entwicklung des Singergeländes zu interessieren. Zur Verdeutlichung der städtischen Intention der künftigen Entwicklung soll ihnen die letzte Version des „Singerhöfe-Konzepts“ (Bericht Nr.16) an die Hand gegeben werden.“

 

Begründung:

Seit mehr als 10 Jahren ist das ehemalige Singer-Gelände eine riesige Brachfläche im Herzen der Innenstadt. Inzwischen sind fast 6 Jahren vergangen und es herrscht fast vollständiger Stillstand hinsichtlich der Bemühungen, das Areal zu reaktivieren und wieder mit innerstädtischen Funktionen zu füllen.

Der Interessent Albert C. Blok hat von der Stadt Würselen vor vielen Jahren eine „Exclusiv-Option“ eingeräumt bekommen mit dem Ergebnis, dass für alle anderen potentiellen Investoren und Entwickler jegliche Zugangsoption zu der Immobilie blockiert ist. Seit mindestens 5 Jahren werden dem Ausschuss in immer größeren Abständen wenig detaillierte Planskizzen vorgelegt, verbunden mit der immer wiederkehrenden Anmerkung: „es werden Gespräche geführt“.

Wenn nach mehr als 5 Jahren diese „Gespräche“ zu nicht mehr geführt haben, als eventuell einen REWE-Frischemarkt und einen „Action-Markt anzusiedeln (auf dem Niveau der 1-€-Läden), zeigt dies, dass die Stadt auf den falschen Partner gesetzt hat. Zudem ist zu befürchten, dass der geplante REWE-Markt den bestehenden EDEKA-Markt am Reckerpark zur Aufgabe zwingen wird und dies dort neue städtebauliche Probleme zur Folge haben wird.

Auch die Aussage des Interessenten in der letzten Ausschuss-Sitzung, dass Bauanträge gestellt würden, wenn 65 % der Flächen „vermarktet“ seien, zeigt, dass die der Stadt gegenüber getätigten Äußerungen wenig seriös sind.

In den letzten 6 Jahren hat sich der Immobilienmarkt derart verändert, dass ein Investitionsboom insbesondere an integrierten innerstädtischen Standorten eingesetzt hat und es sogar für früher nur schwer oder gar nicht entwickelbare Flächen eine harte Konkurrenz der Investoren gibt. So ist auch für das Singer-Gelände eine völlig neue Sachlage eingetreten, die es nicht mehr rechtfertigt, einen Interessenten vor Konkurrenz zu schützen.

Es ist höchste Zeit, dass das Singer-Gelände, für innerstädtischen Wohnungsbau geöffnet und aktiviert wird (bevor z.B. weitere landwirtschaftliche Flächen am Stadtrand dafür herhalten müssen). Das damalige Singer-Höfe-Konzept ist dafür nach wie vor mit seiner der Stadt Würselen angemessenen Nutzungsmischung und seiner städtebaulichen Qualität eine gute Ausgangsbasis.

 

 

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Renate Knauf

 

Fraktionsvorsitzende Bündnis 90/ Die Grünen

 


Grüne wollen dem Investor Exklusivrechte entziehen

AN-Online 6.3.2015 ehg
 

Würselen. Auf Initiative des Vorsitzenden der Kulturstiftung, Achim Großmann, hatte die Stadt Würselen Anfang Mai 2014 einen Antrag ans Amt für Denkmalpflege des Landschaftsverbands Rheinland gestellt, Gebäude der ehemaligen Zigarren- und späteren Nadelfabrik an der Kaiserstraße unter Denkmalschutz zu stellen – nachdem die Fabrikanlage in die Denkmalliste der Stadt eingetragen worden war.

Was als erster Schritt folgte, war eine Besichtigung der zu schützenden Gebäude Ende Mai 2014. Ein vom Amt für Denkmalpflege erstelltes Gutachten kam schließlich am 17. Dezember ins Rathaus am Morlaixplatz. Mit ihm testiert das Amt für Denkmalpflege, besagte bauliche Anlage besitze eine hohe orts- und industriegeschichtliche Bedeutung.

Es stellt aber auch fest: „Die überlieferte Bausubstanz spiegelt die einzelnen Zeitgeschichten nicht mehr anschaulich und aussagekräftig wider.“ Das Amt würde wegen der angeführten ortsgeschichtlichen Bedeutung begrüßen, „wenn die heute noch prägenden Teile der baulichen Anlage ganz oder teilweise erhalten beziehungsweise in eine Neuentwicklung des Areals einbezogen werden könnten“.

Mit diesem Wunsch trat die Stadt an den niederländischen Investor Albert C. Blok heran, der dem entsprechend das Konzept zur Folgenutzung überarbeitete. Und jetzt dem Ausschuss für Stadtentwicklung vorstellte.


Wie seinen recht allgemein gehaltenen Ausführungen zu entnehmen war, wurden größere Veränderungen an den gewerblich genutzten Flächen vorgenommen. Es sei nicht so einfach gewesen, die alten Gebäude in den neuen Masterplan einzubeziehen. Kulturräume seien mit der Kulturstiftung angedacht worden. Erhalten geblieben sei die Anlage eines Platzes im Herzen des zu überplanenden Areals mit Gastronomie, um auch nach Schließung der Geschäfte noch Leben in die Anlage zu bringen.

Der ursprüngliche Branchenmix sei auch nach „Anpassung“ der Planung geblieben. Dass die Vermarktung gut laufe, war sich Blok sicher. Neben Rewe sei der niederländische Non-Food-Discounter „Action“, der europaweit 515 und in Deutschland bisher 47 Filialen betreibe, als „Anker“ mit einem Sortiment von 5000 Artikeln an Land gezogen worden.

Nicht nur der Masterplan musste angepasst werden, vielmehr auch die unterschiedlichen Gutachten. Wenn dies erfolgt sei und 65 Prozent der gewerblichen Fläche vermarktet seien, werde der Antrag auf Baugenehmigung eingereicht werden.

Dass es nun zügig mit den Singer Höfen vorangehen möge, wünschte sich SPD-Fraktionsvorsitzender Christoph Küppers. Er begrüßte, dass dem Wunsch der Stadt durch den Investor entsprochen worden sei.

Darin pflichtete ihm sein CDU-Pendant Sven Karl Schmitz bei.

Danke sagte UWG-Fraktionsvorsitzender Theo Scherberich, „dass Sie, obwohl es Ihnen nicht leicht gemacht worden ist, bei der Stange geblieben sind“. Dennoch stellte er ein paar kritische Fragen. Er sorgte sich, dass 160 Parkplätze für den gewerblichen Zweig ausreichen. Und dass die in einer Tiefgarage untergebrachten Stellplätze für den Wohnbereich genutzt werden, wenn dafür Miete erhoben werde.

Den „hohen Grad an gewerblicher Fläche“ stellte der sachkundige Bürger Dr. Irg Müller auf den Prüfstand, weil er darin eher eine Konkurrenz zur oberen Kaiserstraße als deren Stärkung befürchtete.

Investor Blok war zwar bemüht, alle Zweifel aus der Welt zu räumen, blieb aber erst recht bei Fragen nach der Struktur des Wohnbereichs unverbindlich. Dass es eine fußläufige Verbindung zum Recker-Gelände geben werde, versicherte er.


Konzeptstudie 2013


Dass bis heute kaum konkrete Aussagen vom Investor gemacht und keine schriftliche Vorlage erstellt worden seien, kritisierte Grüne-Fraktionsvorsitzende Dr. Renate Knauf. Ihre Fraktion werde zur nächsten Sitzung des zuständigen Ausschusses einen Antrag stellen, dem Investor Albert C. Blok die Exklusivrechte an der Entwicklung und Vermarktung des Singer-Areals zu entziehen.

Im Sitzungssaal machte sich betretenes Schweigen breit. Und der Investor zog auf leisen Sohlen von dannen. Wobei man sagen muss, dass viele Fragen unbeantwortet geblieben waren.
 


Themencheck zur Kommunalpolitik in Würselen

Werden die finanziellen Belastungen 2015 noch größer?

AN 10.02.2015 Von Georg Pinzek


Würselen. Als Stärkungspakt-Kommune ist Würselen verpflichtet, den Haushalt zu konsolidieren. Welche Auswirkungen hat das auf die Kommunalpolitik, und kommen in 2015 auf die Bürger stärkere Belastungen zu? Georg Pinzek befragte die Fraktionsvorsitzenden im Rat dazu. Müssen Bürger und Vereine mit Blick auf die Stadtfinanzen mit stärkeren Belastungen rechnen? Welche Projekte sollten im Bereich der Stadtentwicklung Priorität haben? Wo sehen Sie Handlungsbedarf im Bereich Bildung und Soziales?

   Dr. Renate Knauf, Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen:

Ob stärkere Belastungen auf die Bürger zukommen, liegt in erster Linie daran, ob und welche alten und neuen Anforderungen der Bürger an die Stadt von der Mehrheit im Rat akzeptiert und erfüllt werden und welche Ausgaben durch Pflichtaufgaben diktiert werden. Unser Ziel ist es, durch innovative Ideen zusätzliche Belastungen zu vermeiden, wie zum Beispiel durch die Ausweitung des Energiesparprogramms an Schulen. Bei der Suche nach Möglichkeiten zur intelligenten Einsparung ohne finanzielle Belastungen ist zudem jeder Bürger gefragt.


Stadtentwicklung muss grundsätzlich behutsam und im Einklang mit den hier lebenden Menschen erfolgen. Die Entwicklung des Singergeländes muss endlich voranschreiten. Auch die brachliegende Fläche vor St. Sebastian sollte entwickelt werden. Wir möchten uns zudem für eine verkehrliche Entlastung Broichweidens einsetzen, unter anderem durch die verbesserte Anbindung an die Euregiobahn.


Wir unterstützen die Einrichtung einer Gesamtschule, weil wir in ihr das größtmögliche Bildungspotenzial sehen. Im benachbarten Ausland hat man die Trennung der Schulkinder nach der 4. Klasse schon lange eingestellt, weil die Kinder so bessere Bildungschancen haben. Dies beweisen auch die Pisa-Studien. Außerdem ist im OECD Vergleich Deutschland (bezgl. der Abhängigkeit des Schulerfolges vom sozialen Stand) beschämenderweise im letzten Viertel angesiedelt.

Wir unterstützen den Vorschlag der Verwaltung, die für Flüchtlinge angebotenen Wohnungen anzumieten und nehmen mit Freude und Erleichterung zur Kenntnis, dass wir nun vorerst keine Wohncontainer anmieten müssen. Nun sollte die Stadt dafür Sorge tragen, dass die Flüchtlinge nicht alleine gelassen werden und sie in menschenwürdigen Unterkünften Zuflucht finden können.

„Eine zentrale Aufgabe wird es sein, den kommunalen Umweltschutz weiter zu stärken, denn für uns fängt dieser auch im Kleinen an. Hierzu gehört auch der Ausbau eines zukunftsfähigen und sicheren Radwegenetzes, die energetische Gebäudesanierung, das Freihalten von Bebauung auf den letzten verbleibenden Grünflächen in Würselen und der Schutz und Erhalt der bei uns vorkommenden Arten. Hierzu muss der Flächenverbrauch deutlich verringert werden.

Wir setzen uns nach wie vor für den Erhalt des Status quo auf dem Flugplatz Merzbrück und damit gegen den Ausbau und die Verschwenkung der Landebahn ein.

Zudem möchten wir die Förderung und den Erhalt des Kulturbetriebes im Alten Rathaus. Aber auch die Stärkung der Bürgernähe stellt für uns einen politischen Schwerpunkt dar. Hierzu möchten wir die Bürger deutlich stärker in kommunalpolitische Entscheidungen einbinden.“

 

 


 Neuer Vorstand im Ortsverband gewählt

Die neuen Sprecher: Uschi Küpper und Wolfgang Wetzstein.

AN-Online 25.02.2015 ehg

Würselen. Der Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen hat im Alten Rathaus getagt. Auf der Agenda standen der Bericht des alten Vorstands über die Arbeit im vergangenen Jahr und Neuwahlen. Dabei wurde eine neue Doppelspitze gewählt: Uschi Küpper und Wolfgang Wetzstein heißen die neuen Sprecher.

Neben ihnen gehören dem neuen Vorstand Christoph Simon als Kassierer sowie Anka Erdweg, Ingrid von Morandell und Michael Jochmann als Beisitzer an. Auf der konstituierenden Sitzung des neuen Vorstands wurden erste Schritte künftiger Partei- und Fraktionsarbeit vereinbart. Neben der Ratsarbeit wollen die Grünen mehr Akzente bei der Diskussion um Strukturwandel, ökologisches Wirtschaften und Gesundheitspolitik setzen. Es geht ihnen auch darum, eine menschenwürdige Willkommenskultur für Flüchtlinge zu schaffen.

Nicht zuletzt sollen zukunftsweisende Akzente in der Bildungspolitik gesetzt werden. In diesem Jahr wird wieder ein Umweltpreis ausgelobt. Mit ihm sollen Einzelpersonen, Vereine und auch Unternehmen unterstützt werden, die sich im besonderen Maße um die Belange der Umwelt engagiert haben. Alle Bürger der Stadt sind aufgerufen, bis zum 15. März ihre Vorschläge den Bündnisgrünen zu unterbreiten, per Mail unter gruene-wuerselen(at)gmx(dot)de oder per Post an Bündnis 90/Die Grünen, Klosterstraße 155, 52146 Würselen.
 


Unsere Ratsmitglieder

Dr. Renate Knauf, Bernd Parschmann, Michael Jochmann

 


 

Dank für langjährigen Einsatz
Aachener Nachrichten - Nord Sa, 27. Sep. 2014, (ehg)

Stadt Würselen verleiht Ehrenteller, Ehrenringe und „Wöschelter Düvel“



Gewürdigt: Den Ehrenring erhielten Hans-Josef Bülles (l.), Eva Maria Voigt-Küppers, Anka Erdweg und Harald Gerling (v.r.). Außerdem wurde die Ehrenmedaille „Wöschelter Düvel“ verliehen. Einen Ehrenteller erhielten Bürgermeister Arno Nelles (vorne 2.v.l.) sowie (stehend) Martina Offermanns (2.v.l.), Winfried Hahn (4.v.l.), Theo Scherberich (2.v.r.) und Karl-Heinz Horbach (3.v.r.).Foto: Wolfgang Sevenich
 

Würselen. In einer würdigen, vom „Neuen Chor“ unter der Leitung von Christoph Leuchter gestalteten Feierstunde verabschiedete Bürgermeister Arno Nelles die Kollegen, die nach einer und mehr Legislaturperioden ehrenamtlichem kommunalpolitischem Engagement aus dem Rat ausgeschieden sind. Im Geiste von Trude Herr appellierte er an sie, „nicht so ganz zu gehen. Bringt Euch weiter ein, lasst uns nicht allein.“ Nelles ehrte die Ratsverordneten, die sich drei beziehungsweise vier Wahlperioden eingebracht haben, mit dem Ehrenteller oder dem Ehrenring der Stadt. Für alle Ausgeschiedenen und zu Ehrenden fand er in Dank und Anerkennung ihrer Arbeit lobende persönliche Worte.

Durch ihre Anwesenheit erwiesen ihnen und ihrer Arbeit Staatssekretär a.D. Achim Großmann und Ex-Bürgermeister Werner Breuer, aber auch der ehemalige Stadtdirektor Karl-Heinz Marschner sowie die Ex-Beigeordneten Georg Lompa, Winfried Camphausen und Ulrich Wigand die Ehre. Grüße aus Morlaix überbrachte Jean André, ein guter Freund der Würselener aus der Bretagne. Der Einladung des Bürgermeisters gefolgt war auch eine Reihe Ehrenringträger.

„Jeder, der ausscheidet, hinterlässt eine Lücke“, beklagte der Bürgermeister, dass es immer schwieriger werde, diese wieder zu schließen. Je weniger Bürger sich für das Wohl des Gemeinwesens engagierten, desto mehr nehme die Demokratie Schaden, gab er zu bedenken. Jeder einzelne Bürger müsse bereit sein, der Gesellschaft etwas von dem zurück zu geben, was er von ihr erhalten habe. Wie Demokratie vor Ort gelebt werde, zeigte der Bürgermeister an Beispielen auf. Er sei stolz darauf, dass es in Würselen immer noch viele Menschen gebe, die ihren Teil zum Wohl der Allgemeinheit beitragen.

18 ziehen sich zurück

Dann wandte er sich den 14 von 18 Ausgeschiedenen zu, denen er als Erinnerungs- und Abschiedsgeschenk die Ehrenmedaille „Wöschelter Düvel“ zum Geschenk machte: Hans Beckers (UWG), Paul Bock (SPD), Barbara Breuer (FDP), Gesine Breuer-Väisänen (CDU), Hans Burchatzki (CDU), Hans Göbbels (UWG), Peter Havers (CDU), Franz Jansen (FDP), Herbert Kaussen-Lingens (CDU), Gottfried Kern (CDU), Wolfgang Kern (SPD), Claudia Küppers (UWG), Christoph Simon (Bündnis 90/Die Grünen) und Ute Wendt (Bündnis 90/Die Grünen).

Den Ehrenteller für drei Legislaturperioden engagierter kommunalpolitischer Arbeit im Rat erhielten Winfried Hahn (SPD), Karl-Heinz Horbach (CDU), Martina Offermanns (CDU) und Theo Scherberich (UWG) sowie Bürgermeister Arno Nelles. Bei ihm waltete sein Stellvertreter Hahn seines Amtes. Hahn und Nelles verzichteten aus Kostengründen auf den Teller. Von den fünf Geehrten verabschiedeten sich zwei von der Ratsarbeit: Karl-Heinz Horbach und Martina Offermanns.

Den Ehrenring überreicht der Bürgermeister für vier Wahlperioden verdienstvolle Arbeit im Rat der Stadt an Hans-Josef Bülles (CDU), Anka Erdweg (Bündnis 90/Die Grünen), Harald Gerling (CDU) und der Landtagsabgeordneten Eva-Maria Voigt-Küppers (SPD). Hergestellt wurden die Ehrenringe vom Würselener Goldschmiedemeister Peter Wernekenschnieder. Anka Erdweg und Harald Gerling beendeten ebenfalls ihre Ratsarbeit. Alle Geehrten trugen sich ins goldene Buch ein.

Zu einem Umtrunk lud Bürgermeister Nelles nach der Feierstunde noch ins Foyer ein. In persönlichen Gesprächen lebten auch Erinnerungen an vergangene Zeiten mehr oder minder harter Arbeit im Rat und in den Ausschüssen auf, meist aber nur die schönen Seiten. (ehg)

Hier die Dankesrede von Anka Erdweg, die sie auf Wunsch des Bürgermeisters leider nicht halten konnte

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Nelles, sehr geehrte Gäste!

Zuerst bedanke ich mich bei Ihnen, Herr Bürgermeister, für Ihre freundlichen Worte!  Dann danke ich Ihnen allen, verehrte Gäste, da Sie durch Ihr Erscheinen Ihr Interesse an den Rat unserer Stadt bekunden.

Bedanken möchte ich mich bei meiner Familie, ohne deren Rückhalt ich kaum die lange Zeit der politischen Arbeit tatkräftig hätte durchführen können.

Wichtig ist mir auch, mich bei den Grünen zu bedanken, bei Partei und Fraktion, die mir seit vielen Jahren politische Heimat sind.

Ein besonderer Dank geht noch an die stets hilfsbereiten Menschen in der Verwaltung. Bei Nachfragen fand ich stets freundliche Fachleute, die mir ausführlich und korrekt  meine Fragen beantworteten.

Sehr geehrte Damen und Herren, die engagierte Arbeit eines Mandatsträgers ist im wahrsten Sinne des Wortes  „Arbeit“ und mit beträchtlichem Zeitaufwand verbunden.

Aber bei aller Arbeit und den vielen Unwägbarkeiten – mir hat es fast immer Spaß gemacht. (Da wir ja hier unter uns sind, kann ich es Ihnen ja sagen, bei einigen Sitzungen  wäre ein Schmerzensgeld angebracht gewesen.) Wobei mir der menschliche Umgang miteinander – trotz unterschiedlicher politischer Meinung immer sehr wichtig war.

Was die Zusammenarbeit mit der Verwaltung betrifft, gute Ideen können durch die Kooperation mit der Verwaltung erfolgreich umgesetzt werden. Auch dann, wenn diese Vorstellung etwas Neues darstellt. Hierzu gehören z.B.  die qualitätsvollen Radierungen von Würselen die auf meine Anregung hin von russischen Künstlern aus St. Petersburg angefertigt wurden. Von der Stadt wurden diese dann zum Kauf angeboten-  aber auch als repräsentatives Gastgeschenk gerne überreicht. Alle 4 Blätter sind inzwischen fast vergriffen, eine ähnliche Aktion mit anderen Künstlern wäre sicher überlegenswert.

Da ich über einen längeren Zeitraum ehrenamtlich Asylbewerber betreut habe, war es für mich selbstverständlich, auch im Sozialausschuss dafür Sorge zu tragen, das Mögliche für Flüchtlinge zu erreichen. Dabei habe ich viel dazu gelernt.  

Die Zusammenarbeit mit dem Rechnungsprüfungsamt war ebenso wichtig und kooperativ. Im Rechnungsprüfungs Ausschuß  konnte ich durchaus  unbequem und in der Sache hartnäckig sein. Ein Beispiel kann ich hier nicht nennen, der Ausschuss ist nämlich nicht öffentlich.

Sehr geehrte Gäste, hier in Würselen ist das neue Rathaus so gestaltet worden, dass durch den Fußbodenbelag im Foyer Politik und Verwaltung an ihre verantwortungsvolle Arbeit für die Bürgerinnen und Bürger erinnert werden. Dieser ist nämlich, wie Ihnen vielleicht schon aufgefallen ist, mit den gleichen Pflastersteinen  ja mit dem gleichen Muster belegt wie der Morlaixplatz-  und dies ganz bestimmt kein Zufall!  Hier soll verdeutlicht werden, dass  Platz und Rathaus öffentlich sind, das Rathaus kann quasi als eine Art Fortsetzung der Straße gesehen werden, Beides ist uns allen zugänglich.  Bei jedem Eintritt ins Rathaus wird durch dieses Symbol hieran  erinnert, eine freiwillige  Verpflichtung für Verwaltung und Politik. Die Transparenz  ist hier besonders  hervorzuheben, denn  die Öffentlichkeit ist der Sauerstoff der Demokratie, wie Günther Grass es formulierte.

Zum Schluss wünsche ich allen Stadträten in der neuen Legislatur , dass sie ihr Wissen und ihre Persönlichkeit zum Wohle unserer Stadt einbringen. Die Bürgerinnen und Bürger werden dann bestätigen, dass durch diese Arbeit Würselen zu einer Stadt wurde, in der man gerne lebt und wohnt und die auch für Neubürger durchaus attraktiv ist.

Danke für Ihre Aufmerksamkeit.      

 


 

 


 

 

 

 

Sie sind zudem herzlich zu unseren nächsten Terminen, den Sprechstunden oder zu den regelmässigen Treffen eingeladen.



 

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