Klärschlammverbrennungsanlage in Eschweiler?

    Autor: Wilfried

    Beitrag vom: 31.10.2019

     

    Zusätzlich zu dem bereits vorhandenen Braunkohlekraftwerk und der Müllverbrennungsanlage ist für Eschweiler-Weisweiler ein weiteres, die Umwelt belastendes Megaprojekt im Gespräch: Der Bau einer Klärschlammverbrennungsanlage, in der der Klärschlamm von vier Millionen Einwohner aus dem Rheinland verbrannt werden soll.

    Die Entscheidung über dieses Projekt wurde vorgestern vom AWA Aufsichtsrat vertagt. Die Geschäftsführung wurde beauftragt, in Abstimmung mit den jeweiligen Kommunalverwaltungen eine gemeinsame Informationsveranstaltung für alle Mandatsträgerinnen und Mandatsträger durchzuführen.
    Aus Sicht von Bündnis90/Die Grünen macht das Megaprojekt wenig Sinn: " Es macht aus unserer Sicht keinen Sinn, zu 75% aus Wasser bestehende Klärschlämme von Millionen Menschen aus einem Einzugsgebiet vom Niederrhein bis zur Landesgrenze zu Rheinland Pfalz per LKW an einen Ort zu karren und dort zu verbrennen. Mindestens bräuchte es dezentrale Vortrocknung und Vergärung an den Kläranlagen. Ein konkretes, nachhaltiges Energiekonzept beinhaltet der Vorschlag ebenfalls nicht", fasst unser Bundestagsabgeordneter Oliver Krischer die Kritik zusammen.

    "Jede Region sollte sich selbst um ihre Hinterlassenschaften kümmern. Das heißt, es kann nur um eine Anlage gehen, die die Schlämme aus dem Gebiet unseres Wasserverbandes, des WVER, entsorgt. " Und dafür würde es nicht unbedingt einer neuen Anlage bedürfen, da hierfür die bestehende Müllverbrennungsanlage genutzt werden könnte.

    "Gigantomanismus hat die Bürgerinnen und Bürger der Aachener Region bei Müllverbrennung schon einmal sehr viel Geld kostet und die Umwelt belastet. Das darf sich nicht wiederholen", so Oliver Krischer. "Das Ganze auch noch als Beitrag zum Strukturwandel zu bezeichnen, ist geradezu zynisch. Das Gebiet um Weisweiler versucht sich mit der Indeland GmbH seit Jahren mit großem Aufwand ein neues Bild zu geben. Eine zentrale Klärschlammverbrennung für 4 Mio. Einwohner von Bonn über Köln und Möchengladbach bis nach Aachen mit allen Begleiterscheinungen ist so ziemlich das Gegenteil dessen."


    Zurück zu Aktuelles