Projekt „Alte Menschen und Traumata ̶ Verständnis, Erprobung und Multiplikation von Interventions- und Fortbildungsmöglichkeit“

    Beitrag vom: 25.03.2015

     

    hier: Antrag für die Sitzung des Ausschusses für Soziales, Gesundheit, Senioren und demographischen Wandel am 06.05.2015

     

    Sehr geehrte Frau Schulz,

    hiermit möchten wir Sie freundlich bitten, folgenden Punkt in der Tagesordnung des Ausschusses für Soziales, Gesundheit, Senioren und demographischen Wandel am 06.05.2015 zu berücksichtigen:

    Projekt „Alte Menschen und Traumata ̶ Verständnis, Erprobung und Multiplikation von Interventions- und Fortbildungsmöglichkeit“

    Ferner möchten wir Sie bitten, die zuständigen Vertreter/innen des DIP (Frau Laag und Frau Seifert) zu diesem TOP einzuladen.

    Begründung:

    „Die Zeit heilt nicht immer alle Wunden …“, so ist das Thema ‚Erleben und Umgang mit Traumata im Alter‘ des Vereins „Wildwasser Bielefeld e.V.“ überschrieben.

    Viele Frauen und Männer haben in ihrer Kindheit und Jugend Grenzüberschreitungen und sexuelle Gewalt erleben müssen. Besonders während und nach dem zweiten Weltkrieg wurden Frauen und Mädchen Opfer oder Zeuginnen von Übergriffen.

    Um das Erlebte mitzuteilen, fehlten damals oft die Worte oder ein verständnisvolles Umfeld. Häufig melden sich erst im zunehmenden Alter schmerzvolle Erinnerungen und Ängste aus der Vergangenheit zurück. Insbesondere Umbrüche – wie Veränderungen im persönlichen Umfeld, auf Pflege angewiesen sein, nicht mehr selbst entscheiden können – werden als verunsichernd und angstmachend erlebt. Das gilt umso mehr, wenn diese Situationen an zurückliegende traumatische Erlebnisse rühren. Frühere Erfahrungen des Ausgeliefertseins und der Ohnmacht vermischen sich mit Zukunftsängsten und können so die Furcht vor erneuten Grenzüberschreitungen befördern.

    Das Projekt „Alter und Trauma“ richtet sich an ältere Frauen, die sich mit ihrer Lebensgeschichte auseinandersetzen möchten. Dabei steht nicht ausschließlich die erlebte

    Gewalt im Vordergrund. Es geht vielmehr um den selbstbestimmten Umgang mit belastenden Erlebnissen. Darüber zu sprechen und sich auszutauschen hilft, dem Trauma nicht länger hilflos gegenüber zu stehen.

    Auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Einrichtungen der Altenhilfe, Krankenhäusern oder in der sozialen Arbeit suchen nach Alternativen im Umgang mit Betroffenen, um Handlungssicherheit zu gewinnen.

    Das Deutsche Institut für angewandte Pflegeforschung (DIP, Köln) begleitet das Projekt „Alte Menschen und Traumata ̶ Verständnis, Erprobung und Multiplikation von Interventions- und Fortbildungsmöglichkeit“ der Kooperationspartner PariSozial Minden-Lübbecke/Herford, Wildwasser Bielefeld e. V. und des Instituts für soziale Innovationen e. V. Neukirchen-Vluyn.

    Die wissenschaftliche Begleitung beinhaltet Aufgaben der Begleitung, Unterstützung und Beratung der Projektpartner im Verbund sowie der Evaluation von zentralen Unterstützungsangeboten. Die Evaluation ist auf folgende Punkte gerichtet:

    • Sensibilisierung der Öffentlichkeit
    • Erreichbarkeit der Zielgruppen
    • Wirkungen der Unterstützungsangebote insbesondere der Impulsveranstaltungen
    • Wertschätzungstrainings
    • Erzählcafés
    • Nutzbarkeit und Wirkung der Lehr- und Lernmaterialien für die Altenpflegeausbildung
    • Nachhaltigkeit der im Projekt entwickelten Angebote

    Das Projekt ist auf eine Laufzeit von drei Jahren angelegt und dauert noch bis August 2016 an. Das DIP hat sich bereit erklärt, dem Fachausschuss in einem Zwischenbericht erste Arbeitsergebnisse zum Projekt vorzustellen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Ulla Thönnissen (Fraktionsvorsitzende CDU)

    Werner Krickel (Fraktionsvorsitzender GRÜNE)

     


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