Energie: Die Klage über zu hohe Ökostromkosten - unbegründet!

Beitrag vom: 23.10.2012

 

Die Gegner der Energiewende klagen landauf landab über zu hohe Ökostromkosten. Die EEG-Umlage sei schuld an den stark gestiegenen Strompreisen. Bei näherem Hinsehen zeigt sich, dass das Unsinn ist.

Hier die fünf wichtigsten Gründe:

1. Im Jahr 2000 zahlte der durchschnittliche Haushaltskunde für seinen Strom 14 Cent pro Kilowattstunde, davon 0,2 Cent für die Förderung Erneuerbarer Energien (EEG-Umlage). Im Jahr 2009 lag der Strompreis bereits bei 23 Cent pro Kilowattstunde, die EEG-Umlage stieg währenddessen nur auf 1,3 Cent. Aktuell zahlen private Kunden für ihren Haushaltsstrom rund 26 Cent pro Kilowattstunde (12 Cent mehr als 2000) und ein Siebtel davon (3,59 Cent) für die EEG-Umlage. Man kann unschwer erkennen: der größte Teil der Preiserhöhungen geht nicht auf die Kappe der Erneuerbaren Energien.

2. Durch das Wachstum der erneuerbaren Energien und das steigende Stromangebot ist der Börsenpreis für Strom deutlich gesunken, im Durchschnitt um 20 % !

Das Problem ist ein ganz anderes: Die großen Stromkonzerne haben den gesunkenen Großhandelspreis für Strom nicht an ihre Kunden weitergegeben, sondern unter Ausnutzung ihrer Monopolstellung die Endkundenpreise noch kräftig erhöht!

3. Die Strompreise für Großverbraucher sind in den letzten Jahren immer weiter gesunken und liegen aktuell auf dem Niveau des Jahres 2005. Allein der börsenpreissenkende Effekt der Erneuerbaren Energien entlastet die Industrie derzeit um jährlich 1,5 Milliarden Euro. Hinzu kommt der geringe Preis für CO2-Zertifikate, der die Strompreise für Großverbraucher ebenfalls sinken lässt.

4. Die EEG-Umlage steigt nicht wegen zunehmender Ökostromproduktion, sondern wegen der immer ungerechter werdenden Verteilung der Lasten. Immer größere Teile der Industrie werden dank erfolgreicher Lobbyarbeit bei schwarz-gelb von der EEG-Umlage befreit. Auf diese Weise werden Unternehmen in Deutschland derzeit um jährlich 2,5 Milliarden Euro entlastet.

5. Hinzu kommt, dass Großverbraucher seit diesem Jahr auch vollständig von den Gebühren für die Nutzung der Stromnetze befreit wurden. Diese Gesetzesänderung von Schwarz-Gelb entlastet die Unternehmen nach Schätzungen der Bundesnetzagentur zusätzlich um rund 1,1 Milliarden Euro.

Die Rechnung zahlen allein die Privatverbraucher und die Klein- und Mittelbetriebe.

Fazit: Die EEG-Umlage darf nicht zur Subventionierung der Großindustrie missbraucht und muss endlich wieder gerecht verteilt werden.

Mehr Informationen: gruene-bundestag.de

Themen:


Zurück zu Themen