Flächendeckende Verteilung von Jodtabletten soll vorangetrieben werden

Beitrag vom: 29.04.2016

 

 

Die flächendeckende Verteilung von Jodtabletten soll in den Kommunen der Städteregion vorangetrieben werden. Eine Anfrage der GRÜNEN wurde imWernerKrickel(klein) gestrigen Städtergionsausschuss (28.04.2016) von der Verwaltung positiv beantwortet. Werner Krickel im Ausschuss dazu: "Wir begrüßen dieses Vorgehen! Insbesondere vor dem Hintergrund, dass die belgische Regierung am Mittwoch beschlossen hat, als Vorbeugemaßnahmen im Umkreis von 100 km um Kernkraftwerke ebenfalls Jodtabletten an die Bevölkerung zu verteilen."

Hintergrund

Im Bürgerforum der Stadt Aachen wurde am Dienstag (26.04.2016) dieser Woche durch die Aachener Stadtverwaltung bekannt gegeben, dass in Kürze ein Katastrophenschutzplan veröffentlicht werden soll, der auch konkrete Vorsorgemaßnahmen und Verhaltenshinweise für die Bevölkerung beinhalten soll.

Die Stadtverwaltung Aachens hat ebenfalls bekannt gemacht, dass zukünftig Jodtabletten in Schulen und Kindergärten vorgehalten werden sollen und das Lehr- und Betreuungspersonal entsprechend geschult werden soll. Hierbei möchte man auch mit den Ärzten des IPPNW zusammenarbeiten. Die Eltern werden gebeten, eine Einverständniserklärung für die Einnahme von Jodtabletten durch ihre Kinder abzugeben. Letzte rechtliche Fragen werden in diesem Zusammenhang aktuell mit den zuständigen Ministerien geklärt, so die Stadtverwaltung.

Der Chef der Aachener Feuerwehr berichtete zudem im Bürgerforum von einer geplanten Zusammenkunft der Feuerwehrchefs in der Region bis Leverkusen im Juni. Bei diesem Treffen soll die Vorverteilung von Jodtabletten an die Haushalte projektiert werden.

Den städteregionalen Kommunen wird nun empfohlen, entsprechende Maßnahmen anzugehen, sofern diese rechtlich möglich sind. Dadurch soll in der Region ein einheitliches Vorgehen in der Region praktiziert werden.

 

Warum die Verteilung von Jodtabletten sinnvoll ist

Bei Unfällen in Kernkraftwerken kann es zur Freisetzung von radioaktivem Jod kommen. Jod wird vorzugsweise in der Schilddrüse gespeichert. Die rechtzeitige Einnahme von Jodtabletten führt zu einer so genannten Jodblockade: die Schilddrüse wird durch die Einnahme der Jodtabletten mit gesundem Jod „gesättigt“ und kann kein radioaktives Jod mehr aufnehmen. Die konzentrierte Speicherung von radioaktivem Jod in der Schilddrüse wird somit verhindert. Wichtig für diesen Effekt ist, dass die Jodtabletten rechtzeitig eingenommen werden. Die Einnahme von Jodtabletten muss spätestens zwei bis drei Stunden vor dem Eintreffen der radioaktiven Wolke erfolgen. Diese Maßnahme ist allerdings nur dann sinnvoll, wenn die Bevölkerung gleichzeitig dazu angehalten wird, sich nicht im Freien aufzuhalten. An dieser Stelle wird sehr deutlich, dass die Verteilung der Jodtabletten erst nach einem Reaktorunfall in Wahllokalen, die die Bürgerinnen und Bürger erst aufsuchen müssen, keinen Sinn macht.

(Auszug aus einem Antrag der Aachener GRÜNEN zur Vorverteilung von Jodtabletten an die Haushalte vom 28.10.2015)


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