Gemeinsame Erklärung zur Flüchtlingssituation verabschiedet

Beitrag vom: 23.10.2015

 

Am gestrigen Städteregionstag (22.10.2015) wurde eine "Gemeinsame Erklärung zur aktuellen Flüchtlingssituation in der Städteregion Aachen" verabschiedet (*ohne Zustimmung von Linken, der AFD und dem Ex-Republikaner). Zur aktuellen Flüchtlingssituation erklärt Elisabeth Paul, 3. stellv. Städteregionsrätin:

"Für die Grünen begrüße ich die Erklärung als ein Zeichen der Dankbarkeit an die enorm hilfsbereite Bevölkerung, die unterstützenden Verbände und Organisationen und vor allem auch an das außergewöhnliche Engagement der Verwaltung. 300 Verwaltungsmitarbeiter*innen haben in den zurückliegenden Wochen in 21 Tag- und Nachtschichten pro Woche an der Basis mitgeholfen, haben die Flüchtlinge nicht nur „verwaltet“, sondern sich vor Ort der Realität gestellt und so einen Einblick bekommen in die raue Wirklichkeit vor Ort. Sie haben damit in beeindruckender Weise dazu beigetragen, der Städteregion das soziale und humane Gesicht zu geben, auf das wir außerordentlich stolz sind. In der Erklärung geht es auch darum, Finanzmittel von Bund und Land einzufordern, um die Unterbringung und Integration der Flüchtlinge langfristig zu sichern. Hierzu möchte ich gerne hinzufügen, dass sich unsere Gesellschaft verändern muss und verändern wird. Dies wird alle gesellschaftlichen Bereiche betreffen - Schulen und Vereine ebenso, wie z.B. auch die Wirtschaft. Vieles muss neu gedacht - muss neu gemacht werden. Wir sollten dies als Chance begreifen, die es zu gestalten gilt, als ein Konjunkturprogramm nicht nur in volkswirtschaftlicher Hinsicht, sondern auch in Sachen Menschlichkeit, Engagement, Empathie. Eine meiner Meinung nach wichtigsten Herausforderungen ist das ehrenamtliche Engagement. Hier stellen wir derzeit eine enorme Ressource fest, die aber Unterstützung, Koordination, teilweise Anleitung braucht, um effektiv eingesetzt zu werden. Es wäre fatal, dieses Ehrenamt nicht zu nutzen und die Hilfsbereitschaft der Menschen „vor die Wand fahren zu lassen“. Auch dies stellt für die Verwaltung eine Herausforderung dar und erfordert finanzielle Mittel und „Menpower“. Ehrenamtler*innen sind MultiplikatorInnenn, die ihr Umfeld - Freunde, Kollegen, Verwandte - gwissermaßen „infizieren“. Ehrenamt muss sichtbar sein, muss vorgelebt werden, um den derzeit positiven Mainstream aufrechtzuerhalten und zu pflegen und rechte Dumpfbacken keine Chance zu geben, sondern nachhaltig ins Abseits zu beförden."


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