Frauen und Politik - ein Interview mit Sarah Wolf

Beitrag vom: 10.03.2016

 

Die Politikwissenschaftsstudentin Sarah Wolf hat 2014 ein Praktikum im Parteibüro des Ortsverbandes Aachen gemacht. Seitdem ist sie bei der GRÜNEN Frauengruppe aktiv. Im Interview erzählt sie über ihre Motivation, die Wichtigkeit sich als Frau auch politisch zu engagieren und warum sie zögert, wenn es um konkretes politisches Engagement geht.

Hallo Sarah, warum gehst Du zur Grünen Frauengruppe?

Ich bin der Auffassung, dass ALLE Menschen die gleichen Rechte verdient haben, egal welche(s) Geschlecht, sexuelle Neigung, Rasse, Religionszugehörigkeit, etc. pp. sie besitzen. Wir sollten aufhören, darauf zu schauen, was uns unterscheidet und auf das achten, was uns verbindet. Wir sind alle Menschen mit Gefühlen und wir haben alle ein anständiges Leben mit Respekt verdient. Zwar machen Frauen 50% jeder Gesellschaft aus und leisten einen fundamentalen Beitrag zu dieser, trotzdem gibt es kein Land auf der Erde, wo Frauen nicht benachteiligt sind. In Deutschland haben feministische Vorkämpferinnen zwar vieles erreicht, trotzdem werden auch hierzulande Frauen schlechter bezahlt als ihre männlichen Kollegen, sie verbringen wesentlich mehr Zeit mit Hausarbeit und Kindererziehung, eine Doppelbelastung, welche sich negativ auf die Karrierechance von Frauen auswirkt, und u.a. weshalb Frauen weiterhin im Parlament und anderen Führungsetagen unterrepräsentiert sind, außerdem erfahren viele Frauen (sexualisierte) Gewalt oder werden Opfer des täglichen Sexismus, generell unterliegen Frauen bestimmten Rollenvorstellungen, wie sie zu sein haben, anstatt einfach frei so sein zu dürfen, wie sie sein wollen. Diese Ungerechtigkeiten könnte man endlos fortführen, sie sind nicht hinzunehmen und deshalb ist der Kampf um die Gleichberechtigung der Geschlechter auch in Deutschland noch nicht abgeschlossen.

Warum ist es für Dich wichtig, Dich politisch zu engagieren?

Ich will mich nicht nur beschweren, was alles bei uns und anderswo schiefläuft, sondern auch aktiv daran teilhaben, die Welt zu verbessern. Kein anderer kann Deine Stellungnahme so repräsentieren wie Du selbst! Deshalb sollten wir das politische Feld nicht nur Berufspolitikern überlassen, sondern die Zivilgesellschaft stärken, damit ein breites Spektrum an Meinungen und Lebensweisen vertreten sind, die für den Einzelnen wichtig sind; denn Politik ist für den Menschen gedacht!

Warum zögerst Du, wenn es um konkretes politisches Engagement geht?

Natürlich erfordert es viel Mut sich für die eigene Meinung einzusetzen, vorallem wenn diese gegen die vorherrschende Denkweise einer Gesellschaft geht. Dieses erforderliche Selbstbewusstsein fehlt mir an manchen Stellen. Häufig ist man aber auch einfach nur zu bequem und wenig konsequent, geht nur an schönen Sommertagen demonstrieren, oder vertagt die Entscheidung nur noch fairproduzierte Kleidung zu kaufen, nachdem man vorher noch mal richtig schön bei H&M shoppen war. Wichtiger finde ich aber, dass man sich nach kleinen Misserfolgen wieder fängt und weitermacht.

Vielen Dank Sarah für das nette Gespräch!


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