Inklusiver GRÜNER Tourismus

Beitrag vom: 18.06.2015

 

Naherholung ist ein wichtiges Gut für den Menschen. Für Menschen mit Behinderungen ist es jedoch nicht leicht dieses Gut in Anspruch zu nehmen. Um ihnen die Teilhabe in diesem Bereich zu erleichtern gibt es in der StädteRegion erste Ansätze eines inklusiven Tourismus. Die GRÜNEN begrüßen die Einführung eines barrierefreien Wegweisersystems im Wurm und Broichbachtal sowie die Anschaffung von vier Trimobilen in Monschau.

Barrierefreies Wegweisersystems für das Wurm- und Broichbachtal

Als wichtiger Grünzug im Norden der Städteregion Aachen liegt das attraktive Landschafts- und europäische Naturschutzgebiet entlang den Flußläufen der Wurm und des Broichbaches. Im näheren Umfeld wohnen ca. 80.000 Einwohner, die diesen Naherholungsbereich intensiv nutzen.

"Alle Wanderwege sind im Wurm- und Broichbachtal schon jetzt für Wanderer, die gut zu Fuß sind, sich orientieren und Karten lesen können, begehbar. Die Beschilderung ist allerdings sehr dürftig. Die landschaftliche Vielfalt und Attraktivität erschließt sich deshalb nur wenigen Ortskundigen. Für Familien mit Kindern, RollstuhlfahrerInnen, Seh- oder Hörbehinderte oder Menschen Bild_5 ohne Ortskenntnisse, ist dieses Naherholungsgebiet nur eingeschränkt begehbar. Zudem gibt es keine Informationen über eine barrierefreie Infrastruktur (ÖPNV, Parkplätze, Toiletten, Gaststätten usw.) und der Ausbaustandard, die Qualität, Breite, Steigung, Beschaffenheit und der Zustand der Wege ist nicht dokumentiert", kritisiert Eva Malecha, Kreisvorstandsmitglied und Vorsitzende des Inklusionsbeirates der StädteRegion. "Um dieses Naherholungs- und Freizeitgebiet für alle nutzbar zu machen, also INKLUSIV, brauchen wir eine Ergänzung des bestehenden Wegweisersystems mit Informationen über die Wege und die Infrastruktur. In einem "barrierefreien Wegweisungskonzept" können zum einen die landschaftlich schönen Grünzüge des Wurm- und Broichbachtals im Nordraum über ein einheitliches Beschilderungssystem erschlossen und mit den bestehenden Grünzügen in Aachen und Ostbelgien verbunden knotenpunktsystem-fur-radwegewerden. Dadurch werden neue attraktive Angebote für Gäste, Wanderer und Naherholungssuchende geschaffen. Gleichzeitig werden Angebote für Menschen mit Handicap entwickelt, für die diese attraktiven Ziele zumindest abschnittsbezogen ebenfalls erfahrbar werden."

Um ein naturverträgliches Freizeit- und Naherholungskonzept für ALLE Menschen in der Region zu entwickeln, beauftragte der Tourismuss Ausschuss zu Beginn 2015 ein externes Planungsbüro mit der Entwicklung eines Umsetzungskonzeptes. Das fertige Konzept wird in der Politik, im Inklusions-, Tourismus- und Bauausschuss vorgestellt und mit den angrenzenden Kommunen und den Naturschutz- bzw. Tourismusverbänden abgestimmt. Von der StädteRegion wurden maximal 25.000 Euro Unterstützung genehmigt.

Vier Trimobile für Monschau

TN_toxy-liegerad_trimobil-trike_travelWie kann Elektromobilität und Barrierefreiheit für Menschen mit Behinderung in der StädteRegion nachhaltig umgesetzt werden? Wie können auch Menschen mit Behinderung (z.B. Rollstuhlfahrer, Blinde oder Menschen mit anderen Einschränkungen) z.B. die Natur der Eifel aktiv erleben und den Vennbahnradweg zu nutzen? Eine Antwort auf die Frage bieteten die sogenannten Trimobile. Seit April 2015 stehen vier diese dreirädrigen Fahrräder mit Platz für jeweils drei Personen behinderten Menschen in Monschau bereit. Dort werden sie durch den Monschauer Land Touristik e.V. bereitgestellt und von der Firma Eifelrad betreut. Sie sind kostenfrei zugänglich. Verleih: EifelRad, In der Vlötz 12, 52156 Monschau, Telefon: 02472 987898, www.eifelrad.com

Vielfältige Optionen, vom Gurtsystem über Kopfstützen bis hin zu orthopädischen Pedalantrieben, berücksichtigen unterschiedlichste Behinderungen. In der Blinden-Betreuung ist das Trimobil auch ein geeignetes Tandem: Es sorgt beim Aufsteigen und Platz nehmen durch die stabile Bauweise und den festen Stand für Vertrauen bei den Nutzern. Auf einer eigenen Liegefläche kann bei Bedarf ein Blindenhund mitgenommen werden. Aber auch Familien, Eifel-Touristen und Vereine können die Trimobile für einen unvergesslichen Urlaubstag, eine Veranstaltung oder ein Werbe-Event buchen. Dazu sind die Trimobile auch mit jeweils zwei Kindersitzen und Kinderanhänger zu leihen. Für längere Strecken sind Wechsel-Akkus verfügbar. Und für ganz besondere Anlässe wie Jubiläen oder Hochzeiten rollt das Trimobil mit Strandkorb und Chauffeur zum Einsatzort!

Eva Malecha freut sich: "Das jetzt umgesetzte Konzept der „Trimobile“ motiviert, fördert und begeistert alle Menschen - unabhängig von Art und Grad der Einschränkung. Es ist das Prinzip der „Inklusion auf drei Rädern“. Eine tolle Maßnahme zur inklusiven Teilhabe an der Freizeitgestaltung für die Touristikregion Eifel."

Das Trimobil wurde gemeinsam mit erfahrenen Ergo- und Physiotherapeuten von der norddeutschen Spezialfahrrad-Manufaktur Toxy Liegerad GmbH (www.toxy.de) entwickelt (weitere Infos: www.trimobil.net).

Mit Wheelmap.org können rollstuhlgerechte Orte gefunden und markiert werden - weltweit und kostenlos.


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