Ergebnisse SchulabgängerInnen-Befragung der StädteRegion

Beitrag vom: 24.06.2014

 

Die erste Befragung von SchulabgängerInnen in der StädteRegion „You Check 2014“ des Communications and Media Research Lab der FH Aachen wurde von Frau Prof. Dr. phil Claudia Mayer vorgestellt. Neben der städteregionalen Verwaltungsspitze waren auch die GRÜNEN vor Ort, um sich über die Ergebnisse zu informieren.

Förderung von Engagement und verbessertes Übergangsmanagement

Im Rahmen der Studie sollten die Maßnahmen zur Berufs- und Studienwahl (Übergangsmanagement) überprüft werden. Außerdem wurde untersucht, was den SchülerInnen während ihrer Schulzeit gefallen hat und welche Interessen die Jugendlichen von heute verfolgen. Ziel ist es, den Übergang von Schule und Beruf zu verbessern und Konzepte zu entwickeln, die die Jugendlichen zum außerschulischen Engagement motivieren. Von Insgesamt rund 14000 potentiellen AbgängerInnen aller Schulformen nahmen rund 20% (2878 SchülerInnen) an der Studie teil.

Zu wenig Berufs- und Studienorientierungsmaßnahmen an Gymnasien

Zwar wissen die meisten SchülerInnen, wie es nach der Schule weitergeht, immerhin 30% der Gymnasiasten wissen jedoch noch nicht, was sie nach dem Abschluss machen werden. "Offensichtlich gibt es zu wenig Berufs- und Studienorientierungsmaßnahmen an Gymnasien," schlussfolgert Frau Mayer. Insbesondere die computergestützte Berufswahlorientierung des Arbeitsamtes werde bei den SchülerInnen in die Lächerlichkeit gezogen und bedarf deshalb einer Evaluation. Das Angebot an Gymnasien müsse zielgruppengerechter aufgearbeitet werden.

Grundsätzlich gibt es zu viele Maßnahmen, die zu wenig bekannt sind. Deshalb sei eine Instanz nötig, die die Maßnahmen zielgruppengerecht vorsortiert. Darüber hinaus sollen Beratungsgespräche verbessert und bekannter gemacht werden.

Sport und Freizeit wichtig

In einem Rückblick auf die Schulzeit beklagten sich die Jugendlichen insbesondere über den Mangel an Sportangeboten und dass mehr Projekte zum Medieneinsatz an Schulen durchgeführt werden sollen. Mobbing gäbe es, aber bei den anderen. Außerschulische Aktivitäten seien zwar mehrheitlich bekannt, werden aber nur von wenigen genutzt. Hauptsächliches Interesse läge bei Freizeitangeboten, Jugendeinrichtungen und bestimmten Veranstaltungen. Inhaltlich seien vor allem Sport, Kunst, Gesundheit, Schul- berufsorientierende Angebote wichtig. Dabei sei es stets wichtig Leute kennenzulernen.

Politische und soziale Angebote seien nicht so populär, wenn sie als solche betitelt werden. Das Wort „sich zu engagieren“ sei uncool. Trotzdem engagieren sich viele Jugendliche in unterschiedlichen Vereinen. Diese Einstellung lasse sich auf Abgrenzungstendenzen zurück führen. „Die SchülerInnen wollen mit der etablierten Welt vordergründig nichts zu tun haben,“ so Frau Mayer. Nicht das Wort „Engagement“, sondern das Wort „Projekt“ sei der Türöffner.

Ein Problem sei zudem die Erreichbarkeit von Jugendlichen. Über die Projekte informieren sich die Jugendlichen an erster Stelle über Facebook, gefolgt von Whats App, Schule, Flyer, Persönlich. Das vermeintlich populäre Medium „E-Mail“ stehe lediglich an sechster Stelle. Der Einsatz von Facebook sei ausbaufähig.

Als Folgerung sollen Projekte abwechslungsreich sein, mit interessanten Themen (Sport, Freizeit, Veranstaltungen, Gesellschaft…) besetzt werden, an einer coolen Location stattfinden… in denen das „Leute treffen“ im Vordergrund steht. Das „Miteinander-Treffen“ in sportlichen, freizeitlichen oder gesellschaftlichen Projekten könnte in den jeweiligen Unterricht integriert werden.

Ideen und Konzepte aus anderen Kommunen

Als Möglichkeiten die Jugend spielerisch an gesellschaftliches Engagement und Verantwortungsübernahme heranzuführen wurden die folgenden drei aufgeführt:

1. Eine Kinder- und Jugendstadt in Form eines Großspielprojektes zur Partizipation von Jugendlichen. Dort können verschiedene Arbeitsbereiche gewählt werden, um Spielgeld für Konsum oder Freizeit zu verdienen. Zusätzlich könnte in einem Stadtrat über die Verwendung von Steuergeldern entscheiden. Die Dauer beträgt 2-6 Wochen.

2. Eine Internetplattform nach dem Beispiel UnserAC.de für Jugendliche, um sich über Angebote, Projekte und Einrichtungen in der Umgebung zu informieren, mit einer Kommentar- und Bewertungsfunktion sowie einer Facebookintegration und Mobile App-Version.

3. Eine Veranstaltung in Form eines Kultur- und Chartity Projektes organisieren. Jugendliche sammeln Geld für ein bestimmtes Anliegen, wie z.B. eine neue Skaterbahn.

Werner Krickel zur Veranstaltung: „Die Studie bietet vielfältige Informationen, die dazu beitragen können, dass die Jugend nicht verloren geht, sondern dazu motiviert wird, sich in die Gesellschaft einzubringen. Als Fazit kann man sagen, dass die SchülerInnen in der StädteRegion schon sehr aktiv sind. Wir werden die Anregungen der Studie aufnehmen.“


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