Strom aus der Biotonne - GRÜNE besichtigen Kompost- und Biogasanlage in Würselen

Beitrag vom: 05.06.2013

 

Welche Energie in Bioabfällen schlummert, davon konnten sich die GRÜNEN aus Aachen, der StädteRegion und aus Düren aus erster Hand informieren.

Abfälle sind Wertstoffe

Welche Energie in Bioabfällen schlummert, davon konnten sich die GRÜNEN aus Aachen, der StädteRegion und aus Düren aus erster Hand informieren. Oliver Krischer (MdB) und Gudrun Zentis (MdL) aus Düren, Folker Moschel (AWA-Aufsichtsrat) und Dr. Thomas Griese (jetzt Staatssekretär in Rheinland Pfalz) aus der StädteRegion, sowie Jochen Luczak (Aufsichtsrat) aus Aachen begutachteten die Erweiterung einer schon älteren vorhandenen Biogasanlage. Die alte Anlage konnte die angelieferten Mengen seit 1995 nur teilweise verarbeiten. Überschüssige Bioabfälle und Grünschnitt mussten nach Kerpen weiter transportiert werden. Eine Verschwendung aus regionaler Sicht, und so wurden die Anstöße grüner Politiker schließlich Realität: seit wenigen Monaten läuft die High-tec Anlage Tag und Nacht. Außerdem können jetzt auch jährlich 18.250 t Anaerobe Bioanfälle verwertet werden.

Essen auf Rädern

Das Essen kommt auf Rädern. Täglich 115 t. Wobei die Menge der Küchenabfälle aus der Region durchaus noch steigerungsfähig wären. Ein Aufruf an alle – auch privaten – Haushalte, nichts „verkommen“ zu lassen. Deren schlummerndes Energie-Potienzial ist Gold wert. In sieben Fermenttunneln bleiben die Anaeroben Substanzen drei Wochen lang in einer „feuchtfröhlichen verschworenen Bakteriengemeinschaft“ – so nannte es schmunzelnd der Betriebsleiter Joseph Stiller. Pro Tonne Bioabfall können so 90 cbm Biogas erzeigt werden. Dieses wird in einem modernen Blockheizkraftwerk (BHKW) zur Strom- und Wärmeerzeugung verwendet.

Feucht-fröhliche Bakteriengemeinschaft: Zahlen die überzeugen

Die Gesamtbilanz der Anlage kann sich sehen lassen. Aus jährlich 30.000 t Bioabfällen entstehen durch Vergärung und Kompostierung 3.400.000 kWh/a (Kilowattstunden pro Jahr) als Strom, der 1.000 Haushalte versorgen kann. 3.700.000 kWh/a Wärme, die auf dem Geländer der Anlage direkt zur Trocknung großer Mengen von Schnitt-Holz-Scheiten genutzt wird. 16.000 t Kompost und 2.700 cbm Flüssigdünger finden in der Landwirtschaft, Pflanzenanbau und privaten Gärten dankbare Abnehmer.

Die Kühe machen´s vor

Die meisten Prozesse der High-Tec Anlage sind aus der Natur abgeguckt. Der Vergärungs- und Verdauungsprozesse im Magen der Kuh dienen als Vorbild. Während die Ausscheidungen der Kühe aber wegen des Methans das Klima-Problem verstärken, nutzt die Anlage in Würselen (fast) jeden Stoff für eine gesunde Klima- und Energiebilanz. Thomas Griese denkt schon wieder weiter in die Zukunft: „Wenn sich das so bewährt, komme ich zum dritten Bauabschnitt gerne wieder!“

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