Umsiedlungen: eine schmerzhafte Folge des Braunkohletagebaus

Beitrag vom: 17.06.2015

 

Die Braunkohletagebauten haben unsere Umwelt zerstört und zahlreiche Menschen dazu gezwungen ihre Heimat zu verlassen. Diesen Verlust dokumentierte der Fotograf Hubert Perschke in einer Ausstellung, die noch bis Ende Juni im Grünen Zentrum betrachtet werden kann. Am Dienstag traf er sich mit Gudrun Zentis, Sprecherin für Bergbausicherheit der Grünen Landtagsfraktion um Interessierte über die Hintergründe der Umsiedlungsproblematik aufzuklären.

Rund 30 Jahre ist es her, da wollte NRW das Energieland Nr. 1 werden. Der Schock der Ölkrise und der autofreien Sonntage musste schnell überwunden werden. Zahlreiche Braunkohlevorkommen im Rheinischen Revier machten dieses Ziel möglich. Heute sind die Menschen kritischer als früher. Die traurige Bilanz der Braunkohleförderung: Riesige Löcher in der Landschaft und insgesamt 35.000 Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten. Von Manheim nach Manheim-Neu siedelten gerade einmal ein Drittel der Dorfbewohner um. Der Rest zog weg.

Anders sieht es bei der Pflanzen und Tierwelt aus. Denn diese wurden nicht umgesiedelt. "Das wäre auch viel zu teuer. Hochgerechnet würde beispielsweise die Umsiedlung der alten Bäume im Hambacher Forst ca. 16.3 Mrd Euro kosten," erläuterte Hubert Perschke. Dem Energieriesen RWE kann er nichts Gutes abgewinnen. Nach wie vor sei dieser beseelt vom Machbarkeitswahn.

Zwar ist der Braunkohleausstieg bis 2030 in Deutschland beschlossene Sache. Ganz sicher vor weiteren Umsiedlungen können sich die Bewohner des Rheinischen Reviers jedoch nicht sein. "In den tiefen Schichten von Nörvenich und Irresheimer gibt es mächtige Vorkommen von Braunkohle. Nach wie vor gibt es von einigen Gruppierungen Bestrebungen diese Vorkommen zu nutzen. Solange wir GRÜNE jedoch im Landtag regieren, wird das nicht passieren", versicherte Gudrun Zentis MdL.

Das Fotobuch von Hubert Perschke "Mein Manheim - ein Erinnerungsalbum" kann unter hperschke@t-online.de bestellt werden.

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