Als mittel- und langfristige Flüchtlingsunterkunft ist Langschoß ungeeignet!

Beitrag vom: 11.02.2015

 

Die Flüchtlingsunterkunft in Langschoß bei Simmerath steht seit Jahren in der Kritik der Grünen. Die abgeschiedene Lage 4 km von der nächsten Ortschaft Lammersdorf entfernt, mitten im Wald auf einer ehemaligen Militärbasis, Busverbindungen nur während der Schulzeit, ungeräumte Wege im Slides001Winter ... "Integration sieht anders aus" meint Giesela Kampshoff Enderle (Frau im Bild), die die Grünen im Sozialausschuss in Simmerath vertritt. Für das Themenspezial "Flüchtlinge" des Grünen Kreisverbandes Aachen, beantwortete Sie Fragen zur aktuellen Lage der Flüchtlinge im Lammersdorfer Wald.

Die Unterkunft in Langschoß steht schon seit langem in der Kritik. Warum tut sich die Gemeinde mit der Unterkunft so schwer?

Die Anlage gibt es seit dem Bosnien-Krieg 1993/ 1994 . Damals konnte die Gemeinde das ehemalige Militärgebäude günstig erwerben und damit auch nach und nach die desolaten Wohn-Container im Gewerbegebiet auflösen. Dann wurde "Langschoß" für 400.000 DM an das Kanalnetz in Lammersdorf angeschlossen. Da die Verwaltung viel Geld in die Anlage investierte, tut sie sich heute sehr schwer damit, diese Unterkunft aufzugeben. Im Dezember 2013 befanden sich 39 Personen in Langschoß. Heute in Zeiten zunehmender Flüchtlingsströme muss die Gemeinde deutlich mehr Flüchtlinge betreuen. z.Z. sind es an die 110 Personen, bis zu 150 werden erwartet.

Ein weiteres Argument der Verwaltung ist, dass es keine günstigen alternativen Unterkünfte in der Gemeinde gäbe. Ich meine, das ist nicht ganz wahr. Die Gemeinde müsste mehr Geld in die Hand nehmen, dann könnte sie das Problem auch lösen. Als Übergangsunterkunft ist die Anlage ok, aber nicht als längerfristige Unterkunft. Wegen der Abgeschiedenheit ist es für die Bewohner als auch für die Simmerather schwierig, einfach Kontakt aufzunehmen. Die abgeschiedene Lage widerspricht absolut unseren Vorstellungen einer Willkommenskultur. Sie ist eine Zumutung für die Flüchtlinge, die keine Arbeit, kaum Geld, keine Autos haben.

Was wird für die Flüchtlinge auf Langschoß momentan getan?

Für die Flüchtlinge wird viel getan. Die Gemeinde stellt einen Hausmeister bereit und hilft mit einem Minibus, die langen Wege in die Gemeinde bei wichtigen Terminen zu bewältigen. Auch private ehrenamtliche Initiativen sind darum bemüht, die Flüchtlinge auch im Alltag zu unterstützen. Ehrenamtliche Mitglieder des Arbeitskreises Langschoß geben zwei Mal in der Woche Deutsch-Unterricht. Letztes Jahr haben sie für die Flüchtlinge zwei Fußballtore aufgetrieben und ein Weihnachtsfest organisiert, bei dem die Bevölkerung viele Geschenkpakete spendete.

Gibt es Aussicht auf eine Verbesserung der Lage?

Wir haben in den letzten Jahren zahlreiche Anträge gestellt Langschoß aufzulösen und die Flüchtlinge dezentral in Wohnungen oder Häuser im Gemeindegebiet unterzubringen. Im April 2014 wurde parteiübergreifend eine Erklärung verabschiedete, die eine deutliche Verbesserung zu vorherigen Beschlüssen beinhaltet. Flüchtlinge mit längerer Verweildauer, Familien und alleinstehende Frauen (mit Kindern) sollen dezentral in den Orten untergebracht werden. Seit dem die Flüchtlingszahlen wieder ansteigen, bleibt der Gemeinde sowieso keine andere Wahl als auch Flüchtlinge dezentral unterzubringen, da die Unterkunft Langschoss mittlerweile überbelegt ist. Wir arbeiten weiterhin daran, soviel dezentrale Unterbringung in den Ortschaften zu erreichen wie möglich!

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